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Eisenkiesel

Exponaten-Nr.: 5 Inventar-Nr.: 1-2-1 bis 1-2-5
Name (Umgangssprache): Roteisenstein
Name (Wissenschaftlich): Eisenkiesel, Jaspis
Alter: Paläozoikum
Fundorte: Lahn-Dill-Gebiet, Kellerwald
Bild Roteisenstein
Beschreibung und Entstehung des Exponates:
Roteisenstein kommt in Hessen im Lahn-Dill-Gebiet und im Kellerwald als Konkretion in den Radiolarien-Kieselschiefer-Schichten vor, die dem Diabas aufliegen. Er ist bei der Durchströmung der Sedimente mit sauerstoffhaltigem Meerwasser im Umfeld der Meer- und Mineralwasser-Konvektionszonen an den Wärmequellen frisch erstarrter Ergussmassen oder an den von der Serpentinisierung erwärmten Gesteinsmassen entstanden. Seine rote Farbe rührt her von feinen Hämatitschüppchen, die von einer mikrokristallinen Kieselmatrix umschlossen werden. Reduzierter Schwefel in der Form von gelegentlich im Roteisenstein eingeschlossenen Pyritwürfelchen oder auch zum Teil oder vollkommen zu Hämatit umgewandeltem Pyrit beweisen, dass der Roteisenstein aus dem ursprünglich anaeroben Sediment gebildet worden ist. 

Zirkulierende kalte sauerstoffhaltige Wässer hinterließen braune bis ockerfarbene Verkieselungen durch Ablagerungen von Göthit- oder Limonit-Pigmenten. Seltener hinterließen manganhaltige Wässer schwarze oxidische Manganmineral-Pigmente. Dort wo sauerstoffarme Wässer der Konvektionszellen die Radiolarien-Schichten durchströmten, bildeten sich die weniger bunten grünlichen, grauen oder schwarzen Kieselkonkretionen, deren Einfärbung durch oxidische grünliche Eisenmineralien enthaltenden reduziertes Eisen, bzw. schwarze organische Pigmente aus der Gruppe der Huminstoff- und Kerogensubstanzen hervorgerufen wird.

Die dunkelgrauen bis schwarzen Kieselkonkretionen nennt man Lydit, die seltenen grünen Verkieselungen, die von roten Flecken oder Adern durchzogen werden, werden als Heliotrop angesprochen. Als Jaspis werden die kräftig roten Konkretionen bezeichnet. Die schön gezeichneten Jaspis- und Heliotrop-Konkretionen waren einst so geschätzt, dass nahe Frankenberg eine Achatschleiferei errichtet wurde, in der Tabakdosen und ähnliche Utensilien für den hessischen Kurfürsten in Kassel aus Kellerwald-Jaspis produziert wurden. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts ist in Bergfreiheit (Ortsteil von Bad Wildungen) wieder eine Schleiferei eingerichtet worden, in der "Kellerwaldachat" verarbeitet wird. 

Von der seit dem ausgehenden Tertiär geschehenden Heraushebung des Kellerwaldes und des Lahn-Dill-Gebietes sind die Kieselschiefer-Schichten durch die Verwitterung, die insbesondere in den Eiszeiten ansetzen konnte, verstärkt freigelegt worden. Die in den Kieselschiefern verborgenen Kieselkonkretionen gelangten so als Gerölle durch den Gewässertransport in die Schotterablagerungen Von Eder, Wohra, Lahn und Dill, in denen diese Gesteine in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt aufgefunden werden können.

Quellen: 
   Unter anderem
   Geologische Karte von Hessen 1 : 25 000, Blätter 5215 Dillenburg, 4919 Frankenau und 4920 Armsfeld
   F. D. Oeste: Persönliche Mitteilungen 2001 - 2005-12-27
       
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