GGM -> Geologischer Garten Münzenberg
>> Startseite > Exponate > Grauwacke

Grauwacke

Exponaten-Nr.: 9 Inventar-Nr.: 1-3-9 bis 1-3-10
Name (Umgangssprache): Grauwacke
Name (Wissenschaftlich): Grauwacke
Alter: Paläozoikum
Fundort: Kellerwald
Bild Grauwacke
Beschreibung und Entstehung des Exponates:
Grauwacken sind Sedimentgesteine, die an den Randzonen ozeanischer Becken aus dem Absatz von Trübeströmen gebildet wurden. Diese auch als Turbidite bekannten untermeerischen Lawinen aus Geröllen, Schottern, Sand, und Ton entstehen aus den labilen Schuttmassen, die sich vor den Mündungen der Flüsse im Ozean anhäufen.
Die Turbidite bewegen sich mit hoher Geschwindigkeit von den Kontinentalabhängenin die vorgelagerten Becken. Jeder Turbidit ergibt eine typische Sedimentfolge:
Zuunterst die gröbsten Klasten, z.B. bis über kopfgroße Gerölle, darüber die weniger groben Bestandteile, zuoberst dann die feinen Schluff- und Tonbestandteile des Turbidits. Durch Verfestigung der zunächst lockeren Turbidit-Sedimente durch Einkieselung oder entsprechende diagenetische Verfestigungsprozesse bilden sich die Grauwacken. Entsprechend ihres noch wenig verwitterten Inhalts enthalten die Grauwacken neben kieseligen Bestandteilen je nach Herkunft der Sedimentfracht zumeist noch Feldspäte oder Tongesteine. Entsprechend ihrer Entstehung aus vielen übereinander sedimentierten Turbiditen zeigen viele Grauwackeschichten die vielfache Wiederholung der Abfolge von Konglomerat, darüber Sandstein zuoberst Tonschiefer. Auf Grund ihrer zumeist hohen Gehalte an organischem Material ist die typische Farbe der Grauwacken zumeist hellgrau bis dunkelgrau.
Deshalb enthalten auch viele Grauwacken Pyrit als Reduktionsprodukt von Eisen und Schwefel. Bei den grobklastischen Grauwacken dominiert jedoch die Farbe der Gesteine, aus denen die Klasten bestehen. Sekundär durch oxidierende Grundwässer werden die Grauwacken vielfach von den Gesteins-Klüften und -Fugen aus oxidiert. Dort dominieren dann Ocker- und Braunfärbungen der oxidierten Eisenmineralien.

Die hier gezeigten Grauwacken aus Frankenau im Kellerwald, die durch einen hohen Anteil kristalliner Gerölle gekennzeichnet sind, entstammen Turbiditen, die sich in das einengende Meeresbecken zwischen dem Kleinkontinent Avalonia und dem von Südosten her dem Kleinkontinent Avalonia sich aufschiebenden Kleinkontinent Armorika ergossen hatten. Wahrscheinlich entstammen sie dem armorikanischen Kleinkontinent.
Die als Mitteldeutsche Kristallinschwelle bekannten Kristallingebiete, die heute im Spessart und im Odenwald zu Tage treten, kommen ebenfalls als Liefergebiet in Frage. Zwischen den Kleinkontinenten Avalonia und Armorika wurden die in den Meeresbecken enthaltenen Sedimente zusammengepreßt.Sie bilden heute das Rheinische Schiefergebirge.

Quellen:
  Unter anderem
  Geologische Karte von Hessen 1 : 25 000: Blätter 5215 Dillenburg, 4919 Frankenau, 4920 Armsfeld
  H.-J. Gursky: Die Kieselgesteine des Unter-Karbons im Rhenoherzynikum; Hessisches Landesamt für Bodenforschung, Wiesbaden 1997
powered by CMSimple-XH | Template Design by NMuD | Template modified by Webdesign Keil | Login